Achilles‘ Sehnen
Junge Menschen zwischen Verletzlichkeit und Wehrhaftigkeit
In Kooperation mit dem Kunstfest Weimar
Europa hat sich lange in Sicherheit gewogen. »Nie wieder Krieg« – das war das Versprechen nach den Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Doch heute, 100 Jahre später, endet diese Gewissheit. Der Krieg ist nach Europa zurückgekehrt, die Rufe nach der Wiederbewaffnung werden laut, die sogenannte Zeitenwende ist da, die neue Wehrpflicht beschlossen. »Achilles’ Sehnen»« verbindet die uralte Geschichte von Achilles mit der brennenden Frage unserer Zeit: Wie finden wir Sicherheit in einer Welt, die sich ständig verändert?
Achilles ist einer der berühmtesten Helden der griechischen Mythologie und gilt als unbesiegbarer Krieger. Zerrissen zwischen Pflicht und Erwartungen und den eigenen Wünschen muss er sich entscheiden zwischen einem langen Leben in der Bedeutungslosigkeit oder einem kurzen Leben voller Ruhm. Der Mythos des fast unverwundbaren Helden ist voller Widersprüche und spiegelt eine zeitgenössische Realität wider, in der Stärke mit Sicherheit verwechselt wird und Verletzlichkeit keinen Platz hat.
Das junge Ensemble des stellwerk widmet sich der Frage: Warum sollen wir kämpfen und wofür? Welche Zukunftsvorstellungen entstehen für junge Menschen in einer Zeit, in der viele Erwartungen an sie gerichtet werden und der Druck unlösbarer Aufgaben gegenwärtig ist. »Achilles’ Sehnen« ist der Versuch, einen Raum zu schaffen für ihre Stimmen, ihre Zweifel und Wut über die Aussicht, selbst wieder Teil einer zerstörerischen Wiederholung der Geschichte zu werden.
