Der zerbrochene Krug
Eine Stückentwicklung nach Heinrich von Kleist mit integrierter Audiodeskription
Dorfrichter Adam versucht eine brisante Wahrheit zu vertuschen: In der Nacht zuvor hat er selbst im Zimmer der jungen Eve den Krug ihrer Mutter zerschlagen – und nun soll eine Gerichtsverhandlung klären, wer schuld ist. Während Adam versucht, mit Worten, Lügen und Machtspielen seine eigene Tat zu verschleiern, entlarven ihn die Zeug*innenaussagen Schritt für Schritt. Am Ende steht ein Richter bloß, ein System fällt – und die Frage bleibt: Wer hat eigentlich das Recht, gehört zu werden?
In unserer Gegenwart droht Wahrheit zur reinen Frage der Perspektive zu werden. Was passiert, wenn Worte verdreht, Fakten bezweifelt werden und Verantwortung verschoben wird? Wir nehmen Kleists Komödie als Ausgangspunkt, um über Wahrheit, patriarchale Strukturen, Macht und Sprache nachzudenken.