»Unsere Wohnung wird mobiler denn je: Massenmiethaus, Sleeping-car, Wohnjacht und Transatlantique untergraben den Lokalbegriff der „Heimat“. […] Wir werden Weltbürger.«

Hannes Meyer, der zweite Direktor des Bauhaus, schrieb 1926 den Text »Die Neue Welt«. Darin macht er sich Gedanken zu Grenzen, zur Gestaltung der Umwelt, zu Mobilität und Gemeinschaftsbildung. Auch das Bauhaus begriff er als soziale Bewegung, als Möglichkeit, die Gesellschaft in Gegenwart und Zukunft zu gestalten.

Heute, rund 100 Jahre später, widmet sich der letzte Ausstellungsraum im Bauhaus Museum in Weimar der Aktualität von Meyers Thesen und Utopien. In der Spielzeit 2020/2021 wird dort aber nicht nur ausgestellt, sondern auch aufgeführt. Spieler:innen des stellwerk überwinden den institutionellen Rahmen von Museum und Theater und fragen: Sind wir schon Weltbürger:innen geworden? Was heißt das überhaupt, Weltbürger:in? Kann es Wohnraum, Platz und Ressourcen für alle Menschen geben? Wie können wir in Zukunft leben?

»Werden wir Weltbürger:innen?« ist ein theatrales Rechercheprojekt, das eine Befragung und gegenwartsbezogene Neu-Kontextualisierung von Meyers Vorstellung einer »Neuen Welt« sichtbar macht.

in Zusammenarbeit mit dem Bauhaus-Museum Weimar
im Rahmen des Programms Bauhaus-Agenten