16 Stunden mit 35 Rollen plus Chor braucht man, um Wagners »Ring des Nibelungen« aufzuführen. Ein Inszenierungsumfang, so gewaltig wie Siegfrieds Drache. Im stellwerk sausen die beiden Spieler mit Schwung und Erfindergeist durch den Ring-Zyklus; vom Rheingold in den Walkürenritt, dann durch die Siegfriedsage und schließlich ins fulminante Finale der Götterdämmerung – und das in 90 Minuten. Dabei geht es zum einen darum, einen Überblick über Wagners Monumentalstück zu geben. Zum anderen ist es die Form, die zentral ist für den Vermittlungsansatz: Die kurzweilige Inszenierung verbindet Musik- und Objekttheater kunstvoll miteinander. 

»Der Ring des Nibelungen« gilt  vielerorts als Teil der deutschen Hochkultur. So recherchierten künstlerische Leitung und Ensemble mit der Fragestellung »Was ist typisch deutsch?« und machen die Resultate durch Bühnenbild und Requisite für die Zuschauer:innen erfahrbar. Richard Wagners Musik begleitet das Publikum über neunzig Minuten und ist damit allgegenwärtig und essentiell für die Inszenierung. 

Das ist Wagners Opernzyklus – zeitgenössisch interpretiert und leitmotivisch in Szene gesetzt. 

Fotos: Matthias Pick