Zurück zur Übersicht

Lila

von Johann Wolfgang Goethe
Mit 28 Jahren schrieb Goethe für sich und seine Weimarer Freunde das Singspiel »Lila«.

Premiere: 20.06.2006

Regie: Christian Fuchs

22 Akteure -schrill, schräg-, gehen auf die Spur
des Goethe-Geistes, begleitet durch Hip-Hop, Schnulzen, Disco-Beat und noch vielen Überraschungen.

Mit 28 Jahren schrieb Goethe für sich und seine Freunde in Weimar das Singspiel Lila.
In diesem – wir würden heute sagen – Musical geht es um das Mädchen Lila, das aus Liebeskummer wahnsinnig geworden ist. Sie versteckt sich im Park und hält alle Menschen für Geister. Ihre Freunde beschließen sie zu retten, indem sie die Feen, Zauberer und Monster aus Lilas Phantasie spielen. Mit Hilfe der Feen soll Lila ihren Freund aus den Händen eines „Oger“ befreien, um dann mit ihm wieder in die Realität zurückzukehren.

Gesagt, getan: wild kostümiert stürzt sich die Horde in den Park.

Regisseur Christian Fuchs – von dem schon „Tränen im OP“ und „Othello“ im –Stellwerk- liefen – und die Spielerinnen und Spieler des Stellwerkes  holen dieses Stück des jungen Johann Wolfgang aus seiner unverdienten Versenkung.

Aus Goethes Liedern werden Karaokesongs und auch sonst wird vieles wieder so, wie es der Meister wollte: verrückt, schnell und voller Musik.

Mit dabei: die Tänzerinnen von Dance Escape

 

Zusatzinfo:

Goethe schrieb Lila 1777 für das Liebhabertheater des Weimarer Hofes, in dem sich Angehörige des Hofes und der Weimarer Bürgerschaft zusammen fanden, um mit eigenen Kräften die darstellende Kunst zu pflegen, weil nach dem Schloßbrand von 1774, dem auch das kleine Schlosstheater zum Opfer gefallen war, Berufsschauspieler in Weimar keine Stätte mehr hatten. Diesem Personenkreis waren nicht nur die verschiedenen Anspielungen auf Personen und ihre Charakterzüge verständlich, sondern vor allem die tiefere Absicht des Dichters. In den ersten Weimarer Jahren hat Goethe ständig versucht, das junge Herzogspaar in seinem Sinne zu erziehen. Um die Jahreswende 1776/77 war das Verhältnis zwischen dem Herzog und der Herzogin besonders gespannt. Goethe sah seine Aufgabe darin, die Begabung des hitzigen, seinen Leidenschaften folgenden Karl August zum Wohl des Landes in produktive Bahnen zu lenken. Herzogin Luise war nach der Vermählung im Oktober 1775 nach Weimar gekommen und fühlte sich dort sehr unglücklich. Sie war eine stille, zur Melancholie neigende Frau. Goethe, der die Figur des Doktor Verazio und des Magus selber spielte erteilt in Lila der Herzogin seine Ratschläge und weist ihr den Weg, wie sie inmitten der Gesellschaft wirken kann.