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Ihr Lieben, viel zu weit Entfernten

Briefe von Louise Jacobson
für die Bühne bearbeitet von Conny Frühauf


Das Stück befindet sich im aktuellen Spielplan.

Premiere: 02.04.2014

Regie: Regine Heintze

Bühnenbild: Mila van Daag

Spielstätte: stellwerk Weimar

Louise Jacobson Lebensbiografie ähnelt der Geschichte der Niederländerin Anne Frank. Ihre Briefe verblüffen durch Spontaneität und Intelligenz. Sie sind keine Dokumente des unmittelbaren Grauens, sondern sie spiegeln in ihrer verzweifelten Heiterkeit ihr ganz persönliches Unglück in der Nazizeit wider.

Louise  Jacobson wurde 1942 mit ihrer Mutter im Gestapo- Auftrag in Paris festgenommen. Ihre Schwester hatte nach Lyon in die unbesetzte Zone fliehen können und sich dem Widerstand angeschlossen. Louise wird zunächst vom Gericht frei gesprochen, aber anschließend in das Sammellager für in Frankreich lebende Juden nach Drancy gebracht. Hier führt der berüchtigte Alois Brunner (ehemaliger SS-Hauptssturmführer) das Kommando. In den Betonbauten sterben viele Inhaftierte an Hunger.

Während der quälenden Gefangenschaft schreibt Louise viele Briefe an ihre Familie. Aus ihnen sprechen Liebe und Zärtlichkeit, Hoffnungen und Träume eines jungen Mädchens. Sie ist ein ganz normaler Teenager. Sie entwickelt sich in der langen Zeit der Haft von einem couragierten Mädchen zu einer tapferen Frau. Es ist äußerst bemerkenswert, wie Louises Bemühen, um Tapferkeit, um den Glauben an Gerechtigkeit, so ganz ohne Sentimentalität daherkommt. Mit verzweifelter Heiterkeit versucht sie die schrecklichen Lagerbedingungen zu überspielen. Das Grauen steckt zwischen den Zeilen.
Am Ende wird sie eine von Tausenden von Juden sein, die nach Auschwitz transportiert werden und dort im Gas umkommen.

Ein letzter Satz von ihr soll uns trösten. Für sie hört die Hoffnung auf Freiheit nie auf.
Lieber Papa, Kopf hoch und bis bald! Dann besteigt sie den Zug nach Auschwitz.

Wir haben eine Umsetzung gefunden, die spielerisch die Geschichte ermöglicht. Eine Bühne, Filmeinspielungen, Musik ermöglichen das ästhetische Prinzip. Die Zuschauer sehen hinein in eine geschichtliche Zeit und hinein in die Seele einer Zeit, dies wird verkörpert von Marie-Luise Vit, ein langjähriges Mitglied des Ensembles vom stellwerk.

Regie: Regine Heintze

Video: Arian Wichmann
Komposition: Friedhelm Mund
Bühne: Mila van Daag
Kostüm: Andrea Wöllner

Fotos: Maik Schuck

es spielt: Marie-Luise Vit

Stückrechte:
THEATERSTÜCKVERLAG, Korn-Wimmer (GbR)
Mainzer Straße 5 | 80804 MÜNCHEN – Schwabing
Email: info@theaterstueckverlag.de
Homepage: www.theaterstueckverlag.de