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Hallo Nazi

von MONOBLOCK
Drei junge Männer sind in einen Konflikt verstrickt, der aus einer Gewaltaktion von Neonazis entstanden ist.

Premiere: 22.06.2005

Regie: Martin Morgner

Blutig endet die Schlägerei einer deutschen Gang mit polnischen Automechanikern, mit schweren Verletzungen wird der Schwarzarbeiter Zygmunt in die Klinik eingeliefert. Der 17-jährige Rudi aus Deutschland und der 20-jährige Jan aus Polen kommen aus Platzmangel in dieselbe Zelle einer ostdeutschen Polizeistation. Ein aggressives Rededuell liefern sie sich bis zur Fertigstellung des Protokolls. Auf dem Spiel steht viel – Jans Aufenthalt und Rudis Zukunft. Der nur wenig ältere Polizist Erich laviert zwischen seinen Dienstvorschriften und versteckter Sympathie für Rudi. Der Ausländer Jan kratzt an Rudis mühsam behauptetem Stolz, indem er dessen Aggression als Folge mangelnden Selbstbewusstseins im Alltag und typisch deutsche Eigenart auslegt. Beide Kontrahenten spiegeln ihre Lebensphilosophie an den gleichen amerikanischen Kultfilmen. Mit der Nachricht, dass Zygmunt an seinen Verletzungen starb, muss Rudi ins Gefängnis Eberswalde. Gruppenführer Christian fordert ihn auf, „keinen Kameraden reinzuziehen“, er verheißt Rudi Trost durch die Kollegen im Knast und Hilfe von einem Anwalt aus der ‚Bewegung‘: „Hallo Nazi“ – Staatsfeind und Held?

Anmerkung zum Stück?
Ein Erklärungsversuch zur Eskalation von Gewalttätigkeit aus der Perspektive der Täter. Monoblock thematisiert die Situation arbeitsloser deutscher Jugendlicher und ihrer Suche nach Akzeptanz und Rückhalt in starken Gemeinschaften ohne schwarzweiße Klischees. Eineinhalb Jahre recherchierte das Autorenkollektiv in der rechten Szene für das Stück. Das Jugendtheaterstück ist prämiert worden“: Stück des Jahres 2001