Zurück zur Übersicht

Die Räuber

Absurdes Familienmelodram nach Friedrich Schiller, jenseits von gut und böse.

Premiere: 10.07.2015

Regie: Bastian Heidenreich & Steffi Heiner

Bühnenbild: Karla Elisabeth Wilke

Spielstätte: stellwerk Weimar

Ein Vater hat zwei Söhne, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ohne Mutter wachsen sie auf dem väterlichen Schloss auf. Beide Söhne verlieben sich in das gleiche Mädchen, das der Vater als Waisenkind aufgenommen hat. Der Älteste bekommt das Mädchen und ist der Liebling des Vaters. Verdient?!

In Schillers Räuber könnte der älteste Sohn alles haben: ein großes Erbe und die Frau, die alle wollen. Aber er verlässt Haus und Heimat, um….ja was eigentlich?

Robin Hood zu spielen, in den böhmischen Wäldern?!

Währenddessen bricht in der Heimat die marode Familienwelt völlig zusammen.

Der jüngere Bruder bleibt daheim, ignoriert von seinem todkranken Vater und missachtet von der für ihn unerreichbaren Liebe. Beide bemerken nicht, hypnotisiert von der Sehnsucht nach dem älteren Bruder, wie der Jüngere von den Zurückweisungen zerfressen, mehr und mehr die menschliche Moral abstreift und ein schier monströses Selbstbild entwickelt. Mit einer gefährlichen Intelligenz ausgestattet, beginnt er gegen die universelle Ungerechtigkeit seines Daseins zu manipulieren und stürzt dabei die gesamte Familie ins Unglück.

Jede Entscheidung, die die Figuren treffen, löst einen Erdrutsch von ungeahnten Konsequenzen aus. Am Ende bleibt ein Scherbenhaufen und die Frage: Kann es eine individuelle, selbstgestaltete Entwicklung geben in einem Konstrukt wie Familie, das sich aus Hierarchie, Willkür und Rollenzuschreibung generiert.

Wie nehme ich die Welt wahr, was beeinflusst meine Lebensentscheidungen und kann ich in einem Geflecht von menschlichem Miteinander ein ehrgeiziges Ziel erreichen, ohne auch nur eine Leiche im Keller zu horten?!

ICH, MICH, MEINS!

es spielen: Leah Faßbender, Friedrich Bahr, Advaita Kästner, Luisa Muhammad, Alina Palmer, Jendrik Rabe

Assistenz: Annika Oppat

Musik: Philipp Münnich

Video: Jendrik Rabe

Fotos: Marius Luhn