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Boy Seven

nach Mirjam Mouse
Gastspiel der Freien Ganztagsschule Milda

Premiere: 28.05.2014

Spielstätte: stellwerk Weimar

In dem Sience-Fiction-Thriller von Mirjam Mouse geht es um die verzweifelte Suche eines Jungen ohne Erinnerungen nach seiner wahren Identität. Dabei entdeckt er, dass er Teil eines menschenverachtenden Forschungsprogramms ist.

Ein Junge erwacht auf einer einsamen Grasebene ohne Erinnerungen an seine Herkunft, seinen Namen oder den Grund, warum er sich an diesem Ort befindet. Bei sich trägt er einen Rucksack, in dem sich unter anderem ein Handy befindet, darauf ist nichts gespeichert außer einem Anruf auf der Mailbox. Er hört seine eigene Stimme, die ihn warnt, auf keinen Fall die Polizei zu rufen. Bei Lara, dem Mädchen, das ihn schließlich mitnimmt, findet er in einem Bed an Breakfast eine vorübergehende Unterkunft. Lara und ihrer Tante stellt er sich mit dem Namen Boy Seven vor, weil er diese Bezeichnung eingenäht in allen seinen Sachen, die er bei sich hat, findet.

Bei seiner Suche nach seiner Identität stößt er auf ein graues Gebäude, das mit seiner Vergangenheit in Verbindung zu stehen scheint. Lara, die vorgibt ihm helfen zu wollen, gerät immer mehr in Verdacht, mehr zu wissen als sie vorgibt. Schließlich findet Boy Seven in einem Schließfach eines Bowlingclubs ein von ihm verfasstes Tagebuch und macht eine unglaubliche Entdeckung: Sein Name ist Sam Waters und er ist aus einem Heim für schwererziehbare Jungen entflohen. Dieses wird von einem skrupellosen Forscherehepaar geleitet, welches den Jungs Mikrochips einpflanzt.
Mit deren Hilfe können sie die Jugendlichen kontrollieren und alle ihre Erinnerungen löschen. Die Boys werden unter anderem dazu gezwungen, für die Forscher kriminelle Dinge zu tun, zum Beispiel auf Kundenkonten einer Bank zuzugreifen und Gelder ins Ausland zu verschieben oder Einsicht in geheime Polizeiakten zu nehmen. Schließlich entdeckt Sam alias Boy Seven, der Junge mit der Nummer Sieben, dass Lara die Tochter des Forscherehepaars ist und die Jungen nach ihren besonderen Fähigkeiten für ihre Eltern ausgewählt hat. Es gelingt ihm zu fliehen und die Polizei zu alarmieren. Die Boys sind gerettet. Dennoch scheint sich die Geschichte fortzusetzen, denn die Forscher können entkommen.

Die Autorin vermittelt in ihrem Thriller ein beklemmendes Bild unseres modernen Zeitalters, in dem für die Forschung keine Grenzen mehr zu existieren scheinen. Die lebhafte und realistische Darstellung der Ereignisse macht die Möglichkeit der totalen Gedankenkontrolle und -manipulation dem Leser durchaus glaubhaft, auch wenn es sich bei der Geschichte natürlich um reine Fiktion handelt.
Dennoch bleibt ein etwas merkwürdiges Gefühl und der Leser stellt sich immer wieder die Frage: Was wäre wenn?