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Auf die Plätze, fertig – tod. Die Nibelungen.

Uraufführung

Premiere: 10.12.2004

Regie: Regine Heintze

eine Bearbeitung des DAS Jugendtheaters Weimar

Die Annäherung erfolgt über einen gegenwärtigen Einsteig: Acht Jugendliche vertreiben sich mit Musikhören, Quatschen und Herumliegen die Zeit in der Jugendherberge. Einer von ihnen entdeckt in der Zeitung den Artikel über einen spektakulären Einsatz der Feuerwehr bei einem Großbrand. Ein Feuerwehrmann hat sein Leben riskiert, um Leben zu retten und ist dabei selbst in den Flammen umgekommen.

Es entspinnt sich eine Diskussion über Helden und darüber, ob wir sie heute brauchen und wie sie aussehen. Spielerisch tauchen die Jugendlichen in eine alte Heldengeschichte ein, um Antworten auf ihre Fragen zu finden. Schon bald wird aus diesem Spiel Ernst.

Das Nibelungenlied ist als Familiengeschichte notiert. Dadurch bleibt es grundsätzlich aus heutiger Sicht verständlich und uns nicht so fern, wie es auf den ersten Blick erscheint. »Das Nibelungenlied« beschreibt zwar den Zeitgeist des Mittelalters. Der Konfliktstoff hat jedoch die Jahrhunderte überdauert. Der Faschismus unserer jüngsten Vergangenheit benutzte diesen Stoff als »heldisches Ideal« für seinen Krieg gegen die Völker Europas.

Tatsächlich handeln die Nibelungen von Gewalt als dem scheinbar einzigen Mittel, um Konflikte zu lösen. Für den Zuschauer bleiben wichtige Fragen zur Beantwortung: Sind Krisen im privaten Bereich, sowie in der Politik, auch anders zu lösen, als mit Gewalt? Ist jedes Mittel erlaubt um seine eigenen Ziele zu verfolgen? Muss oder soll man sich einer Idee oder übergeordneten Ziel unterwerfen, auch wenn die eigenen moralischen Vorstellungen dem entgegenstehen?

mit: Susann Erbes (Kriemhild), Sven Hammerschmidt (Hagen von Tronje), Christian Herrmann (Siegfried / König Etzel), Karoline Heß (Brunhild), Frank Nebelung (Gernot)*, Andreas Seyfarth (Bote u.a.), Jörn Wandrey (König Gunther), Christian Weiß (Giselheer)
*Kristoffer Keudel (Not-Gernot)

Regie: Regine Heintze
Bühne: Regine Heintze
Kostüm: Janet Neumann
Ton: Peter Prautzsch