Schiller, ist er des Wahnsinns oder die wilden Jahre...
von Walter Hesse - Uraufführung
Die Geschichte:
Kindheit und Jugend durchleidet Schiller auf der verhassten «Karlsschule» - einer Militärakademie, wo er zum Militärarzt ausgebildet werden soll. Er entzieht sich dem Zwang zu Zucht und Unterordnung durch Beschäftigung mit Literatur und ersten eigenen wilden Schreibversuchen. «Die Räuber» entstehen und ihr Sensationserfolg bei der Premiere ist für Schiller Anlass zur Flucht und Desertion aus der Armee. Am Mannheimer Hof - und Nationaltheater erwartet man ihn mit offenen Armen, aber sein neues Stück «Fiesko» findet wenig Anklang. Zudem bekommt er in dem Schauspieler Iffland einen Konkurrenten um die ersehnte Stelle des Hausautoren. Er wetteifert überdies mit ihm um die Liebe derselben Frau. Seine Lage wird immer bedrohlicher: Er hat kein Geld, sein einziger Freund muss ihn verlassen, er leidet Hunger und wird schwer krank. Aber rastlos arbeitet er weiter, fieberhaft, für Anerkennung und Erfolg. Die Konsequenz und die Unbedingtheit mit der Schiller durch seine Jugendjahre hetzt, seine Gradlinigkeit, seine Moral und die absolute Wahrheitssuche gegen alle Formen von Autoritätsgebaren, machen die Anfänge seiner Biographie beispielhaft.
Der Autor über das Stück:
Führt man sich die abenteuerlichen, verrückten und wilden Jahre des jungen Schiller vor Augen, drängt sich einem unwillkürlich die Frage auf, wer wäre Schiller heute? Vielleicht ein Rockstar? Einer der früh Verbrauchten, einer der zu früh Verglühten? Jim Morrison etwa, oder Kurt Cobain? «Es ist besser zu verbrennen als langsam zu verwelken»- sind Cobains letzte Worte in seinem Abschiedsbrief, bevor er sich erschoss. Eine unheimliche Konsequenz, keineswegs nachahmenswert- doch von einer Unbedingtheit, die auch Schillers wild entschlossene Jugend auszeichnet. Kurt Cobain spiegelt in seinen Songs die Ängste, die Wut und die Hoffnungslosigkeit einer ganzen Generation wieder. Was sind Schillers «Räuber» anderes? Der Aufschrei eines Gequälten: «In tyrannos!»- gegen Tyrannen, steht als Schlachtruf über seinem Erstlingswerk. Und wie gierig ist er fortan nach Leben, nach Erkenntnis.Wie schmerzhaft ringt er, sich mitzuteilen, seine Qualen, seinen Hass; und darum, seinem unbändigen Willen nach Freiheit, nach Selbstbestimmung Ausdruck und Form zu geben. So gesehen ist Schiller für mich Rock`n Roll!
Walter Hesse
Mit unserer Inszenierung möchten wir Jugendlichen den Dichter so nahe bringen, dass sie sich selbst in seinen Lebenskonflikten wiederfinden.
es spielen: Ulli Ackermann (Friedrich Schiller), Friedhelm Mund (Streicher), Dorothea Bach (Katarina Baumann), Martin Bertram (Iffland); Matthias Werner, Julia Heinrich
Bühnenmusik: Marie Luise Vit (Geige),
Friedhelm Mund (Klavier)
Regie: Regine Heintze
Regieassistenz: Julia Heinrich
Bühnenbild: Mila van Daag
Kostüm: Andrea Wöllner
Komposition und Musikalische Leitung: Friedhelm Mund
Film: Raphael Köhler
Ton: Matthias Neumann
Das Projekt ist eine Kooperation mit der Weimarer Kulturdirektion.
Diese Inszenierung wurde filmisch dokumentiert von «1Meter60-Film».
Die Geschichte:
Kindheit und Jugend durchleidet Schiller auf der verhassten «Karlsschule» - einer Militärakademie, wo er zum Militärarzt ausgebildet werden soll. Er entzieht sich dem Zwang zu Zucht und Unterordnung durch Beschäftigung mit Literatur und ersten eigenen wilden Schreibversuchen. «Die Räuber» entstehen und ihr Sensationserfolg bei der Premiere ist für Schiller Anlass zur Flucht und Desertion aus der Armee. Am Mannheimer Hof - und Nationaltheater erwartet man ihn mit offenen Armen, aber sein neues Stück «Fiesko» findet wenig Anklang. Zudem bekommt er in dem Schauspieler Iffland einen Konkurrenten um die ersehnte Stelle des Hausautoren. Er wetteifert überdies mit ihm um die Liebe derselben Frau. Seine Lage wird immer bedrohlicher: Er hat kein Geld, sein einziger Freund muss ihn verlassen, er leidet Hunger und wird schwer krank. Aber rastlos arbeitet er weiter, fieberhaft, für Anerkennung und Erfolg. Die Konsequenz und die Unbedingtheit mit der Schiller durch seine Jugendjahre hetzt, seine Gradlinigkeit, seine Moral und die absolute Wahrheitssuche gegen alle Formen von Autoritätsgebaren, machen die Anfänge seiner Biographie beispielhaft.
Der Autor über das Stück:
Führt man sich die abenteuerlichen, verrückten und wilden Jahre des jungen Schiller vor Augen, drängt sich einem unwillkürlich die Frage auf, wer wäre Schiller heute? Vielleicht ein Rockstar? Einer der früh Verbrauchten, einer der zu früh Verglühten? Jim Morrison etwa, oder Kurt Cobain? «Es ist besser zu verbrennen als langsam zu verwelken»- sind Cobains letzte Worte in seinem Abschiedsbrief, bevor er sich erschoss. Eine unheimliche Konsequenz, keineswegs nachahmenswert- doch von einer Unbedingtheit, die auch Schillers wild entschlossene Jugend auszeichnet. Kurt Cobain spiegelt in seinen Songs die Ängste, die Wut und die Hoffnungslosigkeit einer ganzen Generation wieder. Was sind Schillers «Räuber» anderes? Der Aufschrei eines Gequälten: «In tyrannos!»- gegen Tyrannen, steht als Schlachtruf über seinem Erstlingswerk. Und wie gierig ist er fortan nach Leben, nach Erkenntnis.Wie schmerzhaft ringt er, sich mitzuteilen, seine Qualen, seinen Hass; und darum, seinem unbändigen Willen nach Freiheit, nach Selbstbestimmung Ausdruck und Form zu geben. So gesehen ist Schiller für mich Rock`n Roll!
Walter Hesse
Mit unserer Inszenierung möchten wir Jugendlichen den Dichter so nahe bringen, dass sie sich selbst in seinen Lebenskonflikten wiederfinden.
es spielen: Ulli Ackermann (Friedrich Schiller), Friedhelm Mund (Streicher), Dorothea Bach (Katarina Baumann), Martin Bertram (Iffland); Matthias Werner, Julia Heinrich
Bühnenmusik: Marie Luise Vit (Geige),
Friedhelm Mund (Klavier)
Regie: Regine Heintze
Regieassistenz: Julia Heinrich
Bühnenbild: Mila van Daag
Kostüm: Andrea Wöllner
Komposition und Musikalische Leitung: Friedhelm Mund
Film: Raphael Köhler
Ton: Matthias Neumann
Das Projekt ist eine Kooperation mit der Weimarer Kulturdirektion.
Diese Inszenierung wurde filmisch dokumentiert von «1Meter60-Film».
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